Extremismus unter niedersächsischen Schüler*innen – Ergebnisse einer Befragung in der siebten Jahrgangsstufe
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/krimoj/2025.1.8Schlagworte:
Extremismus, Jugendliche, Radikalisierung, Schüler*innenbefragungAbstract
Extremismus ist ein wachsendes Problem in Europa. Die Radikalisierung, d. h. der Prozess, durch den Menschen zu Extremist*innen werden, beginnt schon früh im Leben. Risiko- und Schutzfaktoren für Extremismus sind gut erforscht, aber es bleibt die Frage, inwieweit die jüngere Generation extremistische Einstellungen reproduziert und welche Bedingungsfaktoren insbesondere in der Adoleszenz eine Rolle spielen. Auf der Grundlage des Radikalisierungsmodells von Beelmann (2020) und Metastudien wurden erklärende Faktoren in die Studie aufgenommen. Die Datenbasis besteht aus einer Stichprobe von 7 779 Siebtklässler*innen aus Niedersachsen, die im Jahr 2022 durch [anonymisiert] durchgeführt wurde. Anhand dieser Stichprobe wurden extremistische Einstellungen und Bedingungsfaktoren sowohl für islamistische als auch für rechtsextremistische Einstellungen untersucht. Es zeigt sich, dass für Muslim*innen vor allem das Gefühl der Ausgrenzung als Muslim*in, Autoritarismus und mangelnde Gesetzestreue eine bedeutende Rolle bei der Erklärung islamistischer Einstellungen spielen. Bei rechtsextremen Einstellungen sind die bedeutsamsten Bedingungsfaktoren unter anderem Autoritarismus, mangelnde Gesetzestreue sowie schlechte Schulnoten.