Neutralisierungstechniken bei der Kontrolle von Zwangsarbeit: Der Fall des ILO-Einsatzes in Usbekistan
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/krimoj/2025.1.3Schlagworte:
Baumwollindustrie, Neutralisierungstheorie, Regierungskriminalität, ZwangsarbeitAbstract
Dieser Artikel befasst sich mit Zwangsarbeit im Rahmen der Baumwollernte in Usbekistan. Er enthüllt und dekonstruiert die Narrative der korporativen Akteur:innen im Prozess der Bekämpfung dieser Form von Staatsverbrechen. Anhand einer deduktiven qualitativen Analyse der Monitoringberichte der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) wird gezeigt, dass die ILO in ihrer Kommunikation Neutralisierungstechniken einsetzt, um den Fortbestand der Kooperation mit der usbekischen Regierung zu gewährleisten. Unsere Ergebnisse offenbaren ein Paradox: Diese neutralisierungs- und vertrauensbasierte Zusammenarbeit hat die Arbeitsrechtssituation während der Baumwollernte verbessert. Sie wirkt aber auch stabilisierend, integrierend und legitimierend auf die usbekische Regierung und verschafft ihr eine scheinbar „weiße Weste“, die so möglicherweise Menschenrechtsverstöße in anderen Sektoren verschleiert.
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